HOFFNUNG versenden mit der Post – wie geht das?

„Jeder braucht einen Paul!“

Das brach aus einer Freundin heraus, als ich ihr davon erzählte, wie alles mit dem Projekt Weihnachtsmarkt im Schuhkarton begonnen hat und wie wir es trotz so vieler Widrigkeiten in so kurzer Zeit gemeinsam geschafft haben, etwas aufzubauen, dass uns beiden sehr am Herzen liegt. Obwohl wir uns noch kein einziges Mal gesehen haben und uns kurz vor dieser Aktion erst kennen gelernt haben. So wie die zwei Weihnachtsmarkt im Schuhkarton – Buddies ;-).

Und sie hat damit wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn genau darum geht es beim Hoffnung verschicken: Einen Paul in seinem Leben haben. Jemand, der mir zuhört, wenn ich von meiner Hoffnung erzähle und der es versteht und antwortet aus der eigenen Hoffnung heraus. Was dann gemeinsam daraus entstanden ist, das wisst ihr ja.

Heute rief mich ein Bekannter an, der bei unserer Aktion mitmacht. Er hatte ein ganz persönliches Weihnachtswunder beim Abgeben seines Weihnachtsmarktes im Schuhkartons. Er war ganz bewegt und vielleicht können wir seine Geschichte hier bald auch teilen. Aber genau darum geht es in dieser Aktion: Dass zwei Menschen zusammen kommen und bereit sind, sich gegenseitig mit ihrer innewohnenden Hoffnung zu begegnen.
Das Wunderbare daran ist, dass wenn zwei Menschen so miteinander umgehen, dass das, was dann entsteht, größer ist, als die beiden. Daran glaube ich.

Daran nicht zu glauben, das ist, als wenn man in der Weihnachtszeit vergessen hat, an den Weihnachtsmann zu glauben. Und das wäre ja schon ziemlich wahnwitzig. Das konnte damals Francis Church von der New York Sun beantworten:

Vor mehr als 100 Jahren schrieb die achtjährige Virginia O’Hanlon einen Leserbrief an den „New York Sun“ in einer dringenden Angelegenheit:

„Ich bin acht Jahre alt. Einige meiner Freunde sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der ‚Sun‘ steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?“

Die Sache war dem Chefredakteur der „New York Sun“ so wichtig, dass er einen erfahrenen Kolumnisten, Francis P. Church, beauftragte, eine Antwort zu entwerfen – für die Titelseite der Zeitung. Der Text wurde so berühmt, dass er Jahr für Jahr aufs Neue erschien. „Welt Online“ dokumentiert den Text in deutscher Übersetzung.

„Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie sind angekränkelt vom Skeptizismus eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben nur, was sie sehen: Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, Virginia, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen. Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann.

Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und die Großherzigkeit und die Treue. Und Du weißt ja, dass es all das gibt, und deshalb kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Sie wäre so dunkel, als gäbe es keine Virginia. Es gäbe keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig.

Aber das ewige Licht der Kindheit, das die Welt erfüllt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle an Heiligabend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen würde den Weihnachtsmann zu Gesicht bekommen. Aber was würde das schon beweisen? 

Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens Kindern und Erwachsenen unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen –, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles.

Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die größte Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. 

„Ist das denn auch wahr?“, magst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehn mal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia!

Dein Francis Church

Hat Francis Church die kleine Virginia etwa belogen, öffentlich in der Zeitung? Ich glaube nicht. Denn Volker hat zusammen mit dem Weihnachtsmann auch dir bereits eine Freude bereitet. An ihn zu glauben, das geht nur, wenn man sein Herz wieder wie ein Kind aufmacht für das, was hinter dem Schleier ist was nicht mal „die größte Gewalt auf der Welt zerreißen kann“. Nur mit Glaube, Liebe und Poesie kann man dahinter schauen. Wenn wir uns daran erinnern, dann haben wir wieder Zugang zu dem Licht in uns und wir entdecken (wieder), was in uns drin steckt. Das sind Geschenke für dich und mich und für unsere Nächsten. Wir brauchen Zugang dazu und dann können wir sie verschenken, wenn wir wollen.

Gibt es etwas im Leben, das dich wieder daran erinnert?

Bei mir ist es definitiv Weihnachten und ätherische Öle (die duften so gut und haben einfach eine schöne Wirkung) und mein Glaube und meine Lieblingsmenschen in Form von meinem liebsten Patenkind und meiner liebsten Nichte. Und es sind auch geistige Herausforderungen, die mich fordern, ein besserer Mensch zu werden. Und genau diese Dinge habe ich als „Hoffnung“ zusammen mit einem persönlichen Brief in den Weihnachtsmarkt im Schuhkarton gelegt. Da natürlich nicht jeder Christ ist, habe ich nur ein kleines Herz aus Holz mit dem Spruch: „…mit Gott ist ALLES möglich“ hinein gelegt. Das fasst es schön zusammen, finde ich.

So kannst auch du mal in dich gehen und dich fragen: Was bringt dich dazu, hinter „den Schleier, der die wahre Welt verhüllt“ zu schauen? Nimm dir vielleicht einen ganzen Tag oder ein bis zwei Stunden Zeit dafür und beschäftige dich damit. Und dann kannst du davon etwas in deinen Weihnachtsmarkt im Schuhkarton packen und aus dieser Stimmung heraus einen Brief schreiben.

Manchmal braucht man einen kleinen Anstupser

Jetzt schiebe ich den Artikel bereits 3 Tage vor mich her. Denn dies ist vielleicht einer der Wichtigste, wenn nicht sogar der wichtigste Teil der ganzen Initiative. Und ich wollte alles 100% zum Ausdruck bringen. Doch dann habe ich heute beim Inhalieren ein Video gehört zum Thema Perfektionismus. Das hat mir den Spiegel vorgehalten. Wie oft handeln wir nicht und tun nicht das, von dem wir wissen, dass es wichtig ist? Obwohl wir es tun können und sogar tun wollen? Einfach, weil wir glauben, es müsste perfekt sein. Aber stattdessen ist gut genug besser, als wenn es gar nicht gemacht wird. 80% sind besser, als gar nichts. Vielleicht kannst du das einfach mit bedenken, wenn du vielleicht zögerst, deine Hoffnung im Paket zu versenden in die Welt hinaus ☺️.

Aber neben diesem Paket haben wir auch im Alltag soviele Möglichkeiten, Hoffnung zu wecken oder zu teilen mit jemandem. Es gibt dafür offizielle Aktionen wie diese hier oder die bezaubernde Aktion von Mira, die Menschen zusammenbringt, um Wünsche von bedürftigen Menschen zu erfüllen:

https://weihnachtszauber.mira-welt.de/

Oder einfach eine einfache friedliche Aktion des Protestes, in der Geimpfte und Ungeimpfte gemeinsam beieinander stehen (wir Menschen halten Sicherheitsabstand und die Kerzen können dicht beieinander stehen und damit Herzensnähe zum Ausdruck bringen) in der Dunkelheit und Kerzen entzünden:

https://www.alles-lausitz.de/weigert-euch-feinde-zu-sein.html

Man kann sich mal die Frage stellen, in was für einer Gesellschaft man leben möchte. Und sich fragen, was man tun kann und was einem vielleicht sogar Freude bereitet zu tun, um sich für eine solche Gesellschaft einzusetzen. Viel öfter, als man denkt, braucht man Menschen, die ihre Hoffnung teilen und sich für ein gemeinsames Miteinander einsetzen und die Gesellschaft auf diese Art mitprägen. Manchmal ist es auch gar nicht die Gesellschaft, sondern es ist vielmehr das Umfeld, die Arbeitskollegen, die Freunde, die Familie und die Nachbarn, die Kassiererin oder die Person, die hilfesuchend auf der Straße steht. Wo und wie kann und möchte man sich einbringen? Gerade in diesen Tagen ist es so offensichtlich und so einfach: Es reicht manchmal ein einzelner mitfühlender Blick, ein freundliches Lächeln, ein Hinschauen und sich berühren lassen. Manchmal ist es das, was den Tag für eine Person retten kann.

Ganz nach dem Motto:

Warum hast du das getan? Weil ich kann – und weil ich möchte. 

In diesem Sinne wünsche ich euch ein besinnliches Beschenken und Hoffnung schöpfen und schenken. Paul, Volker und ich freuen uns sehr darauf, wenn ihr uns Nachrichten, Videos oder Fotos zukommen lasst, in denen wir mitbekommen, was ihr dabei erlebt habt.

Zum Abschluss möchte ich euch mit einem Zitat grüßen, das mich lange Zeit immer wieder begleitet und inspiriert hat:

„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.
Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, hinreißend, talentiert und fantastisch sein darf?
Wer bist du denn, es nicht zu sein? (…)”
Marianne Williamson (Nelson Mandela hat dies auf seiner Antrittsrede zum ersten farbigen Präsidenten in Südafrika zitiert)

Eine schöne 4. Adventswoche!

Eure Franzi

 

 

 

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